Videospiele und Mode zeigen, dass eine Überschneidung zweier auf den ersten Blick sehr verschiedener Aspekte durchaus funktionieren kann. In Zeiten, wo Gaming-Marken immer beliebter werden und Spiele mit Charaktererstellungen Überhand nehmen, scheinen solche Kollaborationen jedoch alles andere als überraschend. In einigen unserer bisherigen Artikel haben wir uns schon mit realen Modeartikeln beschäftigt, aber auch der virtuelle Bereich ist mittlerweile ein wichtiger Pfeiler für die Zusammenarbeit von Modemarken und Videospielen geworden.
Heute werfen wir für Sie daher einen genaueren Blick auf genau diese Spiele, die bereits mit echten Modemarken kollaboriert haben und entsprechend digitale Produkte anbieten. Dabei ist es spannend zu beobachten, wie früh diese Überschneidung eigentlich begonnen hat und wie beliebt sie aktuell zu sein scheinen. Die Games spielen natürlich auch eine wichtige Rolle und zeigen, wie so eine Zusammenarbeit zustande kommen kann. Zudem können einige dieser zeitlich begrenzten digitalen Items auch zu Wertanlagen und Investitionen führen, besonders im Bereich Multiplayer.
Fortnite: Das aktuelle Vorbild für Mode-Collabs

Fortnite ist nicht mehr nur ein Gaming-Phänomen, sondern zeigt eindrucksvoll, wie man unendlich viele Marken und Franchises unter einem Hut zusammenfassen kann. Alle Kollaborationen von Fortnite aufzuzählen, das würde hier den Rahmen sprengen. Das Spiel lebt mittlerweile davon, so viele bekannte Figuren und Trends wie möglich abzugreifen.
Modemarken sind dabei auch keine Seltenheit, um den Charakter im Spiel mit coolen Klamotten auszustatten. Für beide Seiten ist das ein wunderbarer Werbedeal und kann auch mit echten Kleidungsstücken zusammenhängen. Hervorzuheben ist dabei beispielsweise die Zusammenarbeit mit der französischen Marke Balenciaga, die im echten Leben eher für Luxusartikel steht. Sie schrecken für das Spiel aber auch nicht zurück, ausgeflippte und bunte Kleidungsstücke für die eigenen Figuren anzubieten.
Doch das ist bei weitem nicht die einzige Marke, die digitale Produkte in Fortnite anbietet. Es gibt beispielsweise auch dicke und stylische Winterjacken von Moncler, sportliche Outfits von Polo Ralph Lauren, bunte Kicks-Schuhe von Nike oder coole Kollektionen von Adidas.
Fortnite ist außerdem für seine zeitlich begrenzten Seasons bekannt, wo teilweise Skins nur einmal verfügbar sind. Und diese entsprechenden Accounts können später für gutes Geld weiterverkauft werden. Für manche Spieler ist das Sammeln von verschiedenen Skins und Figuren daher mehr als nur Spaß, sondern eine Möglichkeit, dies als Wertanlage zu sehen.
Roblox: Aufstrebender Stern für neue Möglichkeiten

Roblox spricht ein besonders junges Publikum an, doch auch hier lassen sich überraschend viele Kollaborationen mit verschiedenen Modemarken finden. Das Spiel mit den unendlichen Möglichkeiten legt ebenfalls einen großen Wert auf Charaktererstellung, weshalb Kleidungsstücke eine essenzielle Rolle spielen. Auch wenn die Darstellung grafisch nicht so komplex ist wie bei Fortnite, hält das auch einige hochwertige Marken nicht davon ab, Roblox als Plattform zu nutzen.
Die Skater-Marke Vans spricht dabei vermutlich noch eher das richtige Publikum in Roblox an, denn das Spiel erlaubt es, entsprechende Spielmodi fürs Skateboarden zu erstellen. Entsprechende Hoodies, Mützen und Schuhe dürfen für eine Runde im Skatepark natürlich nicht fehlen!
Entsprechend seltsam ist hingegen die Zusammenarbeit mit Gucci, die eine komplett eigene Welt in Roblox haben – samt Shop und Garten. Die Luxusmarke bringt man sicher nicht direkt mit dem Spiel in Verbindung, aber solche Kollaborationen scheinen immer wichtiger zu werden. Auch die beiden hochwertigen Marken Tommy Hilfiger und Polo Ralph Lauren lassen sich in Roblox finden, beide mit ihren eigenen Welten.
Auch in Roblox können einige seltene Items und Skins dazu führen, dass der eigene Account deutlich wertvoller ist. Das liegt vor allem an der langen Historie des Spiels, welches schon 2006 auf den Markt kam und seitdem viele Änderungen durchlebt hat.
The Sims: Der Klassiker für Kleidung und Fashion

Die Sims Reihe ist wohl eines der besten Beispiele für Kollaborationen mit anderen Marken, besonders wenn es um ihre vielen zusätzlichen Add-ons geht. Vermutlich sind diese auch der Grund, warum heute so viele Fashion Brands ins Gaming einsteigen wollen. Sims hat es vorgemacht! Dort kannst du jeden einzelnen Charakter in einem Haushalt selbst gestalten, mit mehreren Outfits, der passenden Persönlichkeit und verschiedenen Talenten. Kein Wunder, dass hier so viele Marken aufspringen.
Die Sims: Pioniere der Mode-Kollaborationen
Werfen wir zunächst einen Blick auf die Vergangenheit, denn schon für Die Sims 2 kamen entsprechende Packs heraus. Hervorzuheben ist hier die Zusammenarbeit mit dem Anbieter H&M, der schon früh mit Sims interagiert hat. Im Add-on “H&M Fashion Accessoires” gibt es nicht nur H&M Läden in der Stadt, sondern auch viele neue Klamotten und sogar Modenschauen!
Mit dem Übergang zu Sims 3 folgte ein Pack mit der Marke Diesel, das sowohl neue Outfits als auch Möbel ins Spiel brachte. Der Laufsteg wurde ebenfalls zurückgebracht, um die stylischen Sims auch in Action zu sehen. Das Pack lässt sich auch heute noch ohne Probleme kaufen, für alle, die den modernen Stil von Diesel mögen.
Von historischen Packs zu Luxusmarken heute
Und natürlich gibt es auch für den neuesten Ableger Sims 4 einige Kollaborationen. Das mittlerweile kostenlose Spiel lebt weiterhin von seinen Add-ons, die sich Spieler dazu kaufen können. Zum einen wäre da Moschino zu nennen, eine High-End Modemarke aus Italien, die es nun auch in Die Sims geschafft hat. Ihr Markenzeichen ist ein kuscheliger Bär, den man direkt im Spiel als Aufdruck haben kann. Das Add-on bietet aber noch mehr, beispielsweise den Job als Fashion-Fotograf plus eigenes Studio! Eine weitere luxuriöse Modemarke, die sich jetzt in Sims 4 finden lässt, ist Gucci. Damit werben sie für ihre nachhaltige Kleidung und bieten Hüte, Schuhe und schicke Rucksäcke an.
Animal Crossing: Auf einer fernen Insel stylisch aussehen

Animal Crossing konnte vor allem mit seinem neuesten Ableger “New Horizons” eine Menge verschiedener Fashion Brands für sich begeistern. Das Spiel bietet deutlich mehr Möglichkeiten, sich kreativ auszulassen und individuelle Designs zu entwerfen. Viele Marken haben das als Anlass genommen, das niedliche Spiel als Werbeplattform einzusetzen. Ob die Verteilung von Kleidungsstücken, QR-Codes oder komplett eigene Inseln, Brands haben sich eindeutig inspiriert gefühlt!
Während des Veröffentlichungsjahres 2020 gab es viele Marken, die das Spiel für temporäre In-Game Pop-up-Stores genutzt haben. Und auch hier zeigt sich wieder, dass vor allem Luxusmarken davon Gebrauch machen. Finden konnte man unter anderem Sandy Liang, Marc Jacobs oder Valentino. Dank der individuellen Designmöglichkeiten des Editors lassen sich einzigartige Kleidungsstücke erstellen, die dann per Code an alle Spieler versendet werden können.
Eigene Inseln wurden auch erstellt, die andere Spieler besuchen konnten. Den Anfang macht hier H&M, um deren vegane Modelinie vorzustellen. Dadurch sollten recycelte Kleidung, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein im Vordergrund stehen. Es folgen weitere Inseln für Pandora, Gucci und Ted Baker.
Minecraft: Fashion und Natur vereint

Als erfolgreichstes Spiel der Welt möchte man meinen, dass auch Minecraft sich in der Welt der Mode ausprobiert hat. Immerhin kann man mit den blockigen Skins so gut wie jedes Design umsetzen, welches dann von Spielern getragen werden kann. Während in der Java-Version nur eigene Skins hochgeladen werden können, lässt der Marketplace der Bedrock-Version den Kauf externer und exklusiver Skins zu.
Dadurch ist eine Kollaboration zwischen Minecraft und Burberry entstanden, einer luxuriösen Marke aus England. Doch dabei wurden nicht nur 15 verschiedene Skins mit den Kleidungsstücken der Marke ins Spiel gebracht, sondern auch eine komplette Karte, die Spieler erkunden konnten. Das DLC “Burberry: Freedom to Go Beyond” war mit fliegenden Inseln voller Natur gefüllt, mit Quests und Bossgegnern.
Leider lässt sich das DLC nicht mehr herunterladen, zeigt aber wieder, wie offen vor allem Luxusmarken sind, um Kooperationen mit Videospielen einzugehen. Zudem war das Thema Natur und Nachhaltigkeit auch hier wieder ein Grund, das Projekt gemeinsam anzugehen.
Pokémon GO: Stylisch auf Monsterjagd gehen

Um den Namen Pokémon kommt man beim Gaming kaum herum. Doch während sich die meisten Spiele auf die Nintendo-Plattformen fokussieren, hat der Mobile-Titel Pokémon GO den Durchbruch auf die Smartphones der Spieler geschafft. Dort kann man Pokémon im echten Leben fangen und dazu noch stylisch aussehen und sich seinen eigenen Charakter erstellen!
Bei einem so beliebten Spiel war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Kooperation mit einer bekannten Marke stattfindet. Den Anfang machte die Marke Longchamp, eine Luxusmarke für Handtaschen und Rucksäcke. Und das ist auch ein prägnantes Feature des Charakters in GO, weshalb die Zusammenarbeit perfekt war! Gleichzeitig gab es ein passendes Event zur 2020er Pariser Fashion Week, wo Pokémon stylische Hüte tragen konnten.
2021 folgte dann eine große Zusammenarbeit mit Gucci und North Face, um sich primär auf Outdoor-Kleidung zu konzentrieren. Für Spieler gab es wieder Rucksäcke und Hüte im natürlichen Print-Style zu ergattern. Dafür musste man einen von rund 100 exklusiven PokéStops drehen, aber konnte auch einen Code einlösen.
Pokémon können ebenfalls Investitionen sein, alleine wenn man die Wertsteigerung von Pokémonkarten betrachtet. Besonders beliebt sind Shiny Pokémon, die eine andere Farbe haben und deutlich seltener sind. Pokémon mit Kostümen, beispielsweise aus der Fashion Week Kollaboration, sind daher sehr gefragt!
Fazit
Fashion ist vor allem bei Games mit einer individuellen Charaktererstellung ein sehr wichtiger Bestandteil. Viele Spieler identifizieren sich mit ihrer Figur, weshalb eine große Auswahl an Klamotten und Accessoires eine zentrale Rolle einnehmen. Es ist ein Ausdruck des eigenen Stils und des eigenen Geschmacks. Umso praktischer ist es, wenn dann noch bekannte Marken zu finden sind, von denen man vielleicht auch echte Kleidungsstücke besitzt.
Für beide Seiten, sowohl für das Spiel als auch die Fashion Brands, ist es eine wunderbare Werbeaktion, die auch auf tiefgreifendere Themen wie Nachhaltigkeit hinweisen kann. Wie auch bei Kollaborationen für echte Kleidungsstücke zeigt sich, dass Luxusmarken dieses Potenzial am ehesten sehen und gerne ihren Namen mit Gaming in Verbindung bringen.


